Donnerstag, 20. November 2014

Blogtour "Die Krieger des Horns" von Josefine Gottwald - Cover I

Hallo!

Ich begrüße Euch herzlich zur Blogtour zum Fantasy-Roman von Josefine Gottwald! Ich lese dieses Genre eher selten, weil ich mich lieber mit der Realität als mit der Fiktion beschäftige. Aber sowohl das Buch als auch die anderen Blogs sind sehr toll, deswegen freue ich mich, mitmachen zu können :-)

Die Covergestaltung als Thema war Neuland für mich, denn normalerweise gucke ich mir Cover an, beurteile sie, aber mache mir kaum Gedanken darüber, wie sie werden, was sie sind. Das wird mit diesem Beitrag aufgeholt - und ich hoffe ihr habt Spaß! In diesem Beitrag erzählt euch Josefine etwas zur Coverentstehung, bevor es am Montag heiß wird: Josefine und ihr Cover-Designer Tobias Roetsch stellen sich meinen knallharten Fragen! Und eine Rezension folgt auch noch!



Bevor es losgeht, hier eine Liste der teilnehmenden Blogs:

Literatwo - ein Gespräch über das Buch
Conjanrw - Interview mit der Autorin
Jemo Kohiri - Charaktere
A literary passion - die Buchreihe

Das Buch


Die Buchreihe "Die Krieger des Horns" wurde von Josefine Gottwald verfasst und erschien ab 2003 im Machtwortverlag. Jetzt werden die Bücher bei Bookrix wieder veröffentlicht - überarbeitet und mit neuem Cover von Tobias Roetsch.

Die Geschichte beginnt mit Piper, die mit ihrer Mutter vom bunten Kalifornien ins beschauliche Texas zieht.
 Während sie versucht sich einzuleben, hört sie von der Legende der "Krieger des Horns" Diese sollen die Einhörner gegen Feinde verteidigen und die Welt von allem Bösen befreien. Langsam wird Piper ein Teil dieser Legende, findet neue Freunde und muss über sich hinauswachsen.

Das Cover


Die Aufteilungsskizze zeigt unsere erste Idee: Wichtig war die Darstellung des Einhorns, damit es nicht zu Missverständnissen mit dem Titel kommt, außerdem sollte das Düstere zum Ausdruck kommen; die Nacht, die im Buch thematisiert wird, wurde durch den Mond dargestellt. Um das Bild nicht zu überladen, entwickelten wir die Idee mit der Horizontlinie als Schattenriss.






Mir war die erste Idee zu pferdelastig; ich hatte Angst, nicht so pferdebegeisterte Fantasy- Fans abzuschrecken. Die neue Idee brachte das Einhorn subtiler rüber und griff die brennende Kirche auf, die den Höhepunkt des Buches charakterisiert. Hier arbeiteten wir mit einer Art Plakette, die als Etikett für Autor und Titel sehr edel wirkt. Im rechten Bildteil sind Werwölfe mit glühenden Augen angedeutet, die die Spannung steigern sollten. Sie erwiesen sich aber als zu viel des Guten, so war es eher eine halbe Sache. Die Idee, die Wölfe in den Himmel zu projizieren, verwarfen wir, das war dann doch zu kitschig... Man sieht, dass hier noch der ursprünglich angedachte Untertitel "Vollmond" verwendet wurde - kein guter Aufmacher für einen Erstling...


Feuer musste her! Ich entwickelte eine Idee, mit der ich mich nach und nach anfreundete: Ich wollte es ganz (oder gar nicht) machen und griff einen Aspekt des Buchs raus, den ich ihm als Etikett verpasste. "Feuermond" sollte der neue Titel sein und Flammen mussten her! Der Rahmen um die Szenerie nahm mich so sehr gefangen, dass ich schon begann, das Layout äquivalent für die Fortsetzungen zu planen. Das Pferd bekam mehr Action und wir spielten mit der Anordnung der Elemente. Die Schrift in Schwarz wirkte edel, aber mir gefiel das Shel (der Stern) in keiner der beiden Farben richtig.



Ich suchte nach einem realistischeren Einhorn  :D, der Wolf Forest begann zu wachsen. Wir probierten verschiedene Schriftbilder und setzten das Shel in den Kopfteil, aber auch das war nicht überzeugend... Ich fand es nicht klar genug, die Linie zu undeutlich - außerdem griffen die Flammen noch zu sehr um sich. Die Kirche mit ihrem Rauch und den Schattierungen gefiel mir schon sehr gut!






Das Shel kam wieder runter, wir färbten es ein, aber irgendwie war kein Platz dafür... Jetzt hatten wir die Flammenwand geschlossen, was ich - da wir nun endgültig auf die Banderole verzichteten - als eine sehr ansprechende Variante empfand.







Die Schrift ist etwas heller, zurechtgerückt und mit bündigem Logo; jetzt störten mich nur noch Details: Der Rubin sah nicht aus wie ein echter Stein, das Pferd wirkte noch zu unrealistisch und die Flammen bedeckten die Bäume und kamen der Schrift zu nahe. Außerdem wollte ich gerne noch einen Vergleich mit anderen Schriftarten haben.







Ein Beispiel für einen Font, den ich neben dem Feuer zu unruhig fand. Der Stein ist hier schon perfekt - für das optimale Einhorn mussten wir letztlich zwei Pferde "kreuzen", damit alle Beine gut sichtbar waren und mir Mähne und Schweif gefielen...








Wir kehrten doch zur ursprünglichen Schrift zurück, Tobias hatte mich überzeugt. Logo und Autorenname sind jetzt im schlicht-charakteristischen Nyala gehalten. Das Pferd liebe ich absolut und an dem Feuer kann man sich gar nicht sattsehen, oder? Nach 23 Zwischenschritten gab ich mich endlich mit allem zufrieden, obwohl viele Varianten etwas für sich hatten. Aber man muss sich für eins entscheiden und mit diesem Ergebnis können wir beide wirklich sehr gut leben! Was meint ihr?





 Mein Fazit


Es ist sehr interessant, das Wechselspiel zu beobachten - anfangs jonglieren Designer und Autor mit dem Stoff, Ideen entstehen und werden verworfen; manche werden am Rand geparkt (wie die Idee, eine bestimmte Vorlage für die Cover der anderen Bände zu nutzen), andere werden weiterentwickelt. Am Ende geht es um die Details, die optimale Lösung für Autor und Leser.

Danke für den spannenden Einblick, Josefine!

Kommentare:

  1. Dankeschön, hier wurde schon meine Frage zu dem Cover bei Literatwo beantwortet :)
    Wichtig bei einem Cover ist: Neugierde auf das Buch zu wecken, es muss auch etwas mit dem Thema des Buches zu tun haben. Cie zweite Frage muss ich mit Nein beantworten.

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    1. Das freut mich! Danke für den Kommentar!

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    2. Ja, das finde ich auch. Gerade der Bezug zum Inhalt des Buches wird dem Design manchmal etwas hintenan gestellt... Sag bescheid, wenn du noch mehr wissen möchtest, Simone! Wie hat die denn der Beitrag gefallen?

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  2. Sehr, sehr interessant! Wirklich total gelungen, diese "Cover-Entstehungs-Strecke" hier! Aber Ihr könnt auch stolz sein auf das Cover! Josefine, Du bist ja richtig, richtig doll inolviert gewesen und hattest sehr konkrete Vorschläge und Verbesserungsansätze!!
    Ja, ich habe noch eine Frage... Wie seid Ihr auf die Zusammenarbeit mit Tobias Roetsch gekommen? Wurde er vom Verlag vorgeschlagen?

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    1. Ich denke, das Interview am Montag wird diese Frage bleuchten :P

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  3. Antworten
    1. Hihi, da musst du dich gedulden! ;) Wenn man selbst veröffentlicht (also ohne Verlag) hat man den Vorteil, quasi alles selbst bestimmen zu können, was aber leicht zum Nachteil werden kann, weil man ja in der Regel nur auf seinem Gebiet Experte ist. Bei meinem früheren Verlag, der die »Krieger des Horns« veröffentlicht hat, habe ich zum Beispiel alle Cover selber gemalt, ein professioneller Gestalter war daran überhaupt nicht beteiligt. Du kannst dir ja vorstellen, dass die Wirkung bei den Lesern nicht mal zu einem Bruchteil der jetzigen entsprach! Manchmal ist es wirklich gut, Dinge aus der Hand geben zu können. Aber ich freue mich, dass ich bei diesem Projekt so viel Einblick habe und eigene Ideen in einem professionellen Team ausprobieren kann - es macht sehr viel Spaß! :)

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  4. Ah! Die Josie hat also auch mehr als nur Kinderbücher geschrieben hihi
    Sehr interessant, ich muss mir mal ihre anderen Werke anlesen :)

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    1. Josi schreibt vieles :-) Auch Jugendbücher!

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