Montag, 5. Juni 2017

Montagsfrage - Danksagungen?

Hallo!

Ich hatte mir vorgenommen, Danksagungen zu ignorieren, weil mich der Inhalt des Buches interessiert. Im Zuge einiger Award-Verleihungen im Fernsehen mit interessanten Danksagungen habe ich begonnen, auch bei Büchern zu gucken, was nach dem Epilog kommt. Und sehe diese Texte mit gemischten Gefühlen.


Allgemeines


Die Montagsfrage wird derzeit von Buchfresserchen geführt und soll die Kommunikation zwischen Bloggern fördern. Jeden Montag wird eine Frage gestellt, die die Blogger beantworten und verlinken können.

Die Frage


Mal ehrlich - liest du dir die Danksagungen der Autoren in den Büchern durch? 

Meine Antwort

 

Als Künstlern fühle ich mit. Ein Buch zu schreiben ist viel Arbeit und es ist toll, wenn man nach einer großen Aufgabe Applaus bekommt und den Menschen dankt, die das möglich gemacht haben. So etwas gehört für mich zu einem Schluss. Eine Gelegenheit, um Spannung abzubauen und ein paar Tränchen loszulassen. Ich guck mir das gerne an und denke "Dieses Werk hat es verdient!"

Als Leserin ist es frustrierend. Es entzaubert den Mythos vom asketisch lebenden Poeten, der in seiner kargen Kammer sitzt und auf die Schreibmaschine einhackt, nur am Leben erhalten von Kaffee und Brot. Plötzlich liest man, dass drei Menschen bei der Recherche geholfen haben, fünf Motivationsgeber waren, es sieben Betaleser, einen Lektor, einen Korrektor und einen Betreuer beim Verlag gab und all das nicht möglich gewesen wäre ohne Partner, Kinder und Haustiere. Ich gönne einem Autor die Freude, aber ich frage mich: Was ist mit mir? Was ist mir dir? Hat der Autor das Buch nicht geschrieben, um mir etwas mitzuteilen? Hat er den Text nicht verfasst, weil er der Welt das Thema begreiflich machen wollte? In der Danksagung wird das Buch wieder zu dem, was es im realen Arbeitsprozess ist: einem Werkstück.

Vielleicht würde ich bei meinem ersten Buch auch eine Danksagung tippen. Ich weiß es nicht. Vielleicht wäre es aber nur einige Worte, um das Buch abzuschließen. Um zu zeigen, dass dahinter ein Mensch steht, der dieses Buch mit viel Liebe und Schweiß geschrieben hat. Aber die Menschen, die mich unterstützen, wissen das auch ohne öffentliche Darstellung.

Kommentare:

  1. Hallo Evy

    Ich finde deine Sichtweise sehr interessant. Das mag zum Teil schon so sein.Ich dachte mir auch schon öfter, bei so vielen Menschen, die mitgewirkt haben, hätte ich mich wahrscheinlich gestört gefühlt. Mich meiner Kreativität beraubt gefühlt. Manche Danksagungen fand ich aber schon sehr emotional oder humorvoll.

    Danke für deinen Besuch und liebe Grüße,
    Gisela

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    1. Ich werde dank der Montagsfrage genauer hinsehen - vlt. finde ich noch eine schöne Danksagung :-)

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